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Aktive Fußballer gewinnen in Herlikofen

veröffentlicht um 30.10.2017, 03:22 von Redakteur TVS

TV Herlikofen : TV Straßdorf 2:3 (1:2)


Der 11. Spieltag begann mit Sturm, Regen, kalten Temperaturen und wurde letztendlich bei Sonnenschein, Bewölkung und etwas Wind gespielt. Genauso wechselhaft sollte das Spiel auch sein. Aber von vorne. Der TV Herlikofen ist auch noch nicht zu hundert Prozent in der Liga angekommen. Erst 11 Punkte standen vor dem Spiel auf dem Konto der Elf von Uwe Croissant, was jedoch nicht zu unterschätzen ist. Die Mannschaft um Kapitän Denis Croissant punktete nämlich bei Teams wie dem TSB, Bargau oder dem FC Schechingen, ließ jedoch Punkte bei hintere Mannschaften liegen.


Der TV Straßdorf begann das Spiel mit breiter Brust, zumal man auswärts die beste Mannschaft der Liga ist. Nicht zurückgreifen konnte Trainer Mädger auf Niels Hieber, der mit einer Studienarbeit beschäftigt war und Themen wie Pressing und Kettenverschiebung mit den Themen Literaturverzeichnis und Formatierungen tauschte. Des Weiteren fehlten noch stets Jaszkovic und Erdinc Seskir, wobei Erstgenannter hart am Comeback in seiner Reha arbeitet und Letztgenannter erfolgreich seine erste Knie-OP hinter sich hat und sehr positiv eingestellt ist.

Zum Spiel - der TV Herlikofen war bekannt für viele, lange Flugbälle in die Spitze.


Straßdorf begann deshalb in der Mittelzone 2 und hatte die Vorgabe die Innenverteidiger immer schnell anzulaufen, dass gerade diese Flugbälle nicht gespielt werden können. Die Hausherren sollten entweder über Cavatoni eröffnen, oder den Ball über die Außen aufspielen. Der Plan ging gut auf und bereits mit der ersten Chance stand der TV aus Straßdorf in Führung. Seskir dribbelt mit dem Ball im Zentrum nach rechts, bricht ab und bedient auf den linken Flügel Lukas Nagel. Nagel treibt den Ball nach Vorgabe vom Dienstagtraining in das Grundliniendreieck, Winkelball in den Rückraum auf den nachgerückten Seskir, der spielt quer auf Dreizler, der die entscheidende Bewegung für das Tor macht. Anstatt, dass er nochmals weiterspielt stößt er wie beim Handball den IV an, der sich entscheiden muss, sodass Hauser frei wird. Querpass zu Hauser, der mit seinem schwachen rechten Fuß sehr platziert und unhaltbar für Cavatoni ins lange Eck verwandelt. In der Folge kann sich der Gastgeber bei Keeper Dominic Cavatoni bedanken, der 2 Mal hervorragend gegen Seskir pariert und in einer Aktion sehr gut mitspielt und einen Schnittstellenball von Seskir auf Nagel gerade noch klären kann. In der 14. Minute musste er sich jedoch wieder geschlagen geben. Lukas Nagel erhöht zum verdienten 0:2. Ein wichtiger Ballgewinn im Zentrum durch Robin Pflieger, der den Ball zu Dreizler köpft. Dreizler mit dem Schnittstellenball auf Nagel, der den Ball kurz behauptet und dann wieder in die linke Ecke verwandelt. In der Folge hatte der TV Herlikofen eine 100% Chance durch Ziesel, der vollkommen frei vor Klotzbücher zum Abschluss kommt, in ihm jedoch seinen Meister gefunden hat. In der 36. Minute eine Unachtsamkeit in der Straßdorfer Defensive, in der 3 Straßdorfer eigentlich Zugriff auf den Ball haben aber keiner in der 3:1 Situation den Ball klären kann, der Herlikofer Engel spielt den Ball quer in den 5m Raum und irgendwie landet der Ball im Netz. 1:2. Abgesehen von dieser Aktion waren die Außen Krieger und Schoch sehr gut im Spiel und ließen wenig zu. Schoch spielte gegen Herlikofens Topspieler Denis Croissant und gewann nahezu jede 1 gegen 1 Situation.

Bis zu diesem Zeitpunkt kam der TV Straßdorf immer besser und stabiler ins Spiel, wäre da nicht der Unparteiische gewesen. Der Schiedsrichter aus dem Raum Heidenheim machte eigentlich bezogen auf seine Entscheidungen ein sehr gutes Spiel. Das einzige Problem war seine eigene Auslegung der gelben Karten. Ellbogen im Kopfballduell, gestreckte Beine im Tackling oder hartes Zweikampfverhalten beließ er als normales Foul (was man sicherlich auch machen kann) und mit einem Freistoß, Äußerungen von Spielern wurden jedoch sofort und bestraft. Zuerst meint man, dass das auch vollkommen in Ordnung ist, da Diskussionen oder ständiges Genörgel bezüglich Entscheidungen der Unparteiischen nicht auf den Platz gehören. Die Auslegung des Schiedsrichters war jedoch so, dass Mario Schoch beispielsweise für die Aussage „Abseits“ Gelb bekam und auf der anderen Seite ein Herlikofer für die Aussage „der Ball war im Aus“ gelb sah. In einer Situation riefen 5 Herlikofer „Eckball“, was nach der Auslegung des Unparteiischen 5 gelbe Karten zur Folge haben sollte, was einen Blick auf die Logik der individuellen Auslegung des Regelwerks eröffnet. Das hat nichts mit Fußball zutun und ist im Fall von Lukas Nagel, der in der 37. Minute vom Platz verwiesen wurde, auch absolut ungerechtfertigt. In dieser Situation kam von Außen bei einem aus Straßdorfer Sicht regelwidrigen Zweikampfverhalten von Herlikofen die Aussage „das war ein klares Foul“, was sicherlich weder despektierlich noch eine unübliche oder seltene Äußerung im Fußball ist. Der Unparteiische dreht sich um und zeigt Nagel die Ampelkarte. Völlig verhältnislos war diese Entscheidung und für den TV aus Straßdorf war die Konsequenz knapp 60 Minuten in Unterzahlspiel und für das Spiel kommende Woche gegen den FC Schechingen ohne Lukas Nagel spielen zu müssen. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich das Spiel gänzlich. Straßdorf zog nun Ukaj ins Mittelfeld zurück und Seskir konnte als alleinige Spitze die gegnerischen Innenverteidiger nicht mehr anlaufen, sodass die Flugbälle von Herlikofen nun Programm waren. Die Konsequenz war nun, dass Herlikofen besser ins Spiel kam, Ostertag und Kurtagic sehr viel Arbeit hatten und die Gastgeber auf den Ausgleich drückten. Vor Allem im zentralen Bereich dauerte es eine Weile, bis man wieder Kontrolle gegen die langen Bälle hatte und auch im Kopfballspiel war Herlikofen sehr stark. Herlikofen hatte noch 2 Chancen, konnte aber vor dem Halbzeitpfiff keinen Treffer mehr erzielen.


Nach 5 Minuten beendete der Unparteiische die Halbzeitpause wieder und die zweite Hälfte begann. Straßdorf stellte sich nun darauf ein, dass Herllikofen mehr spielen würde aufgrund der Überzahl und ging mit der Vorgabe ins Spiel den gegnerischen Spielfluss zuzulassen, jedoch nur in den Außen- und Hinterzonen. Das ist mit 9 Feldspielern ohne Probleme zu gestalten, man müsse es jedoch gedanklich auch akzeptieren und in den Konterbewegungen mutig reagieren. Bevor jedoch nur irgendetwas umgesetzt werden konnte, wurde ein Angriff von Straßdorf nicht regelkonform gestoppt. Torentfernung knapp 20 Meter - ein Fall für Ertac Seskir. Mit einer unglaublichen Quote verwandelt er auch diesen Freistoß und die Straßdorfer gehen 3:1 in Führung. Für den angeschlagenen Hauser kam in der 57. Minute Mathis Wagner ins Spiel, der seine Aufgabe sofort und selbstbewusst umsetzte. Immer wieder ging er ins offensive 1 gegen 1, zog mit Ball mehrere Gegenspieler auf sich in verlagerte dann über das Zentrum den Ball. Auch das sicherlich in dieser Runde bisher ein großer Vorteil von Straßdorf, da man eine starke Bank hat und mit Spielern wie Weiß, Warschke, Wagner und Kevin Pflieger immer eins zu eins gewechselt werden kann.

Herlikofen schaffte zwar noch den 3:2 Anschluss, die Straßdorfer retteten diesen Stand jedoch über die Zeit.


Fazit: Der TV Straßdorf gewinnt verdient gegen die zweitbeste Defenive in der Liga. Es ist schwer zu sagen, wie das Spiel im 11 gegen 11 verlaufen wäre, Straßdorf war jedoch zu dieser Zeit auf einem sehr guten Weg. Nach dem Platzverweis dauerte es eine Weile, bis man wieder mutig nach vorne spielte, Herlikofen nutzte jedoch deren Überzahl nie aus und spielte zum Vorteil von Straßdorf weiter mit langen Bällen. Dadurch konnte Straßdorf im Gegenzug immer viel spielen und machte dies auch mutig.


So wurde gespielt:

Klotzbücher - Schoch, Kurtagic, Ostertag, Krieger (Weiß 85. Minute), Nagel, R. Pflieger, Dreizler, Hauser (Wagner 57. Minute), Ukaj (Warschke 77. Minute), Seskir


Spieler des Spiels: Julian Ostertag

Oschi und Ado hatten an diesem Spiel viel Arbeit und lösten die Momente immer sehr gut. Vor Allem auch das Stellungsspiel der Straßdorfer Innenverteidigung, das Absetzen und auch das Nachschieben funktioniert immer besser. Besonders hervorzuheben sind jedoch immer wieder das Begleiten von Oschi, wenn sich der gegnerische Stürmer zwischen den Ketten anbietet. Hier konnte Herlikofen heute nur sehr selten öffnen und musste immer wieder abbrechen.


Torfolge:

0:1 Lukas Nagel (4. Minute)

0:2 Lukas Nagel (14. Minute)

1:2 Daniel Engel (36. Minute)

1:3 Ertac Seskir (47. Minute)

2:3 Denis Croissant (54. Minute)


Besonderheiten:

Gelb/Rot Lukas Nagel (37. Minute)

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