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Auswärtsniederlage der aktiven Fußballer!

veröffentlicht um 19.04.2018, 02:45 von Redakteur TVS

TV Heuchlingen : TV Straßdorf 2:0 (0:0)


Die englischen Wochen haben begonnen. Die ungeliebten Mittwochspiele beginnen immer mit demselben Geschmack - Hektik beim Treffpunkt, Eile auf dem Weg nach Heuchlingen mit konstantem Blick nach rechts, ob irgendwo ein mobiler Blitzer steht, das Warm-Up Programm ändern, da man erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn auf den Platz konnte und dann war da ja noch die Mannschaftsansprache, die man 5 Minuten vors Spiel setzt, da zu Beginn noch nicht alle Spieler da waren. Ja 18 Uhr Spielbeginn ist so ne Sache.


Der TV Straßdorf reiste wieder mit einem dezimiertem Kader nach Heuchlingen. Verzichten musste man auf den Langzeitverletzten Lukas Nagel, Niels Hieber der Prüfungen hat, Chris Singer war verhindert und Julian Ostertag sowie Kapitän Marius Krieger waren noch angeschlagen. Dass jede Mannschaft Verletzte ersetzen muss, steht außer Frage. Wenn es dann jedoch 4 Innenverteidiger sind, dann ist das wahrlich blöd. Was jedoch bezeichnend beim TV Straßdorf ist, zeigt der Zusammenhalt des Vereins. Obwohl die starke A-Jugend von Denis Kreissl am Vorabend noch in Lorch selbst gespielt hatten, standen Bertsch, Olschewsky und Schuler um 17 Uhr wieder in Heuchlingen. Vorneweg - alle 3 machten ein bärenstarkes Spiel.


Gegenüber stand der TV Heuchlingen, der am Wochenende den Tabellenführer geschlagen hat, mit einem Sieg punktgleich (zzgl. einem Spiel weniger) wären und mit Waibel, Gaugel, Wöller, Bellendorf und Jäkel nach langer Zeit alle Leistungsträger an Bord. Heuchlingen spielt bisher eine sehr konstante Runde und steht in der Liga mit der besten und einzigen Abwehr mit einem 0-Komma Gegentoreschnitt zurecht ganz oben. Dies gepaart mit der zweitbesten Offensive der Liga - ja da stand eine große Aufgabe vor Kapitän Moritz Klotzbücher und seiner Mannschaft. Trainer Steffen Mädger unterstrich vor dem Spiel wie wichtig es sei, sich an das Defensivkonzept zu halten, da der TVS auf jeden Fall seine 2-3 Chancen haben wird.


Hingegen der Ansicht der Zeitung, die berichteten, dass Straßdorf sehr tief stand, agierte der TVS in Zone 2, also der Mittelzone. Das heißt Angreifer Ertac Seskir lenkte den Heuchlinger Spielaufbau ab Beginn des Mittelkreises und die erste Viererkette stand auf Höhe der Mittellinie, was also definitiv nicht tief ist. Was jedoch tief erschien, war die Art der Zweikampfführung. Das 4-1-4-1 war defensiv und begleitend vorgegeben. Es galt in diesem Spiel das Dreieck Waibel-Wöller-Gaugel so wenig wie möglich Entfaltung zu geben. Deshalb wurden die Spieler zwar schnell angegangen, die Vorgabe bestand jedoch nur im direkten Begleiten und den Spieler so zu lenken, dass der Ball idealerweise nach Außen gespielt wird. AM wichtigsten - der gegnerische Spieler darf niemals aufdrehen. Von Beginn an wurde dies gut umgesetzt und klappte nach und nach immer besser. Vor Allem Robin Pflieger und Benjamin Jaszkowic investierten sehr viel Laufarbeit und gingen Wöller und Köhnlein immer sehr früh an. Die Konsequenz war - Heuchlingen hatte zwar mehr Ballbesitz, kam aber nicht richtig ins Spiel. Sie probierten viel, ließen sich im Aufbau in Überzahl mehr fallen, erzeugten eine Überzahl auf einem Flügel, kamen aber nicht zwingend durch. Deshalb stand es verdient zum Pausenstand 0:0 und in der Chancenstatistik 2:2.


In den letzten 5 Minuten vor der Halbzeitpause drehten die Heuchlinger jedoch richtig auf und Klotzbücher sei dank, blieb es wie geschrieben beim 0:0. Mädger musste seiner Mannschaft nun klar machen, dass es normal ist, dass das Spiel solch einer Mannschaft mit dieser Qualität nicht gänzlich unterbunden werden kann. Der Fokus müsse viel mehr auf jedem einzelnen Angriff liegen, den Heuchlingen abbrechen und ein weiteres Mal über Jäkel aufbauen muss. Des Weiteren haben die Straßdorfer vor Allem im Schlussteil der ersten Hälfte im Angriff zu überhastet gespielt. Mädger verlangte mehr Mut und besonders immer wieder mit Ball ins Zentrum stoßen, um als Folge über den Flügel aufzubauen. Dies funktionierte in den ersten 10 Minuten sehr gut. Mal wurde eine Reihe überspielt und Seskir kam an den Ball, mal kamen Pflieger und Ukaj selbst mit den Ball zwischen die gegnerischen Ketten. In der 60. Minute kam sie dann, die große Chance. Seskir wird von Pflieger bedient, der aufdrehen kann und die Schnittstelle zwischen IV und RAV anspielt. Dominik Bertsch kommt mit seiner Schnelligkeit an den Ball, spitzelt ihn am herauslaufenden Torwart vorbei, doch anstatt den Treffer selber zu machen und damit seine starke Leistung an diesem Tag belohnt, will er seine mitgeeilten Mitspieler bedienen, was Heuchlingen verteidigen kann.


Heuchlingen machte in der Folge immer mehr Druck und Waibel kippte zur Überzahl nun nur noch nach Außen ab. Straßdorf bekam seine Anspiele auf Gaugel nicht mehr konsequent genug in den Griff. In der 75. Minute dann eine entscheidende Szene - ein langer Ball in auf die Heuchlinger Spitze, Weiß versucht an den Ball zu kommen, anstatt Gaugel zu stellen, der Ball geht durch nach außen. Dadurch fehlte dann Weiß in der IV, was Bellendorf per Kopfball eiskalt ausnutzte. Der Jubel bei Heuchlingen war groß, die Ernüchterung bei Straßdorf ebenfalls. Mädger stellte nun um und brachte Özbek in die Spitze neben Seskir. In der Schlussphase kamen die Straßdorfer gefährlicher vor das Heuchlinger Tor und hatten auch sehr gute Möglichkeiten, standen aber hinten deshalb offener. In der 93. Minute dann sowohl der Schlusspfiff, als auch davor das 2:0 durch Gaugel.


Fazit: Heuchlingen war das spielbestimmende Team, wobei die Straßdorfer Taktik fast aufgegangen wäre. Als Spitzenreiter muss man konsequent und geduldig genug sein, da sich viele Mannschaften defensiv organisieren. Konsequent und geduldig war der TVH, weshalb der Sieg auch absolut in Ordnung geht. In der Liga ist es jedoch oft so, steht man oben, dann trifft man in der Schlussphase dann doch noch, steht man unten, dann will es einfach nicht gelingen.

Sicherlich tut eine Niederlage mit 2 Toren Unterschied nach dem Aufwand weh, da niemand später fragt ob es knapp oder deutlich war. Es ist jedoch immer die Konsequenz, die man aus solch einem Spiel ziehen muss. Und diese Konsequenz ist, dass Heuchlingen unsere Fehler bestraft hat und wir es hätten vermeiden können. Es lag also alles im Bereich des Möglichen, also in unseren Fehlerbildern. Diese können wir verändern und darauf ist aufzubauen. Aufzubauen bzw. zu reflektieren ist auch auf den enormen läuferischen Einsatz von viele, wie Pflieger und Jaszkowic, die Offensivaktionen von Bertsch und Schuler, den Kampf und Einsatz von Olschwesky, der nahezu jedes Kopfballduell gewonnen hat, und und und. Das müssen wir aus dem Spiel ziehen, hier gilt es den Fokus drauf zu legen und das macht Lust auf mehr. Denn das brauchen wir, da die nächsten beiden Gegner nicht geringere als Tabellenführer Hofherrnweiler und Böbingen, die gestern Erstgenannte geschlagen haben, sind. Hofherrnweiler auswärts und im Mittwochspiel Böbingen zuhause. Wir freuen uns darauf!


So wurde gespielt:

Klotzbücher - Schoch, Kurtagic, Weiß, Hauser, Bertsch (79.‘ Özbek), R. Pflieger, Jaszkowic, Warschke (46.‘ Schuler), Ukaj (61. Olschewsky), Seskir


Torfolge:

1:0 Stefan Bellendorf (75. Minute)

2:0 Simon Gaugel (93. Minute)

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