Verein‎ > ‎Aktuelle Mitteilungen‎ > ‎

Erste Niederlage für die TVS-Fußballer

veröffentlicht um 29.08.2017, 23:58 von Redakteur TVS
Am 2. Spieltag konnten die Straßdorfer im Edmund Wagenblast Stadion die zweite Mannschaft der SG Bettringen begrüßen. Das Hauptspielfeld des TV war nun sieben Wochen gesperrt, sodass der Rasen wie ein Teppich da lag.

Von Anfang an war klar, dass dieses Spiel alles andere als ein Selbstläufer wird. Auf der einen Seite fehlten Leistungsträger wie Erdinc und Ertac Seskir, Hauser, Dreizler, Singer, Warschke, Wagner, Wahl und auch Nagel, der kommende Woche nach seinem Auslandsaufenthalt endlich zum Team hinzu stößt. Auf der anderen Seite präsentiert die SG aus Bettringen diese Saison eine Mannschaft, die obwohl in der Breite, als auch technisch und taktisch unter Coach Schmidt hervorragend aufgestellt ist und somit als klarer Titelaspirant gilt.

Demzufolge haben sich die Straßdorfer in diesem Spiel taktisch enorm auf die SG ein- als auch umgestellt. Angegriffen wurde tief erst in Zone 3 und in der Aufstellung griff Steffen Mädger auf das 4-1-4-1 aus dem Pokalerfolg gegen die Bezirksligamannschaft aus Lorch zurück. „Wir müssen unsere Mittelfeld-Viererkette stabilisieren und dürfen keine Räume wie gegen den TSB oder teilweise auch Großdeinbach zulassen“, so Mädger. Niels Hieber fungierte zwischen den Ketten als reiner 6er, hinter Jaszkovic und Robin Pflieger. Julian Heiman hatte die laufintensive Aufgabe als einzige Spitze immer wieder zwischen den IV abzuklemmen und den Angriff der Bettringer einzuleiten.

Das Spiel begann mit einer Phase des Herantastens. Straßdorf verschob von links nach rechts und Bettringen suchte die Lücken. Zwar war es sowohl sehr kräftezehrend als auch ungewohnt so tief zu stehen, der Plan ging jedoch auf. Bettringen hatte zwar den Großteil an Ballbesitz, konnte sich jedoch keine großen Chancen herausspielen. Ab und an spielten die Gäste über ihre starke rechte Seite auf, kamen hier jedoch nie zu einer nennenswerten Chance. Die einzigen Chancen, in denen die Bettringer Druck machten, waren Standardsituationen. „Die Kopfballstärke von einem Terzioglu ist schwer gänzlich zu unterbinden“, so Abwehrroutinier Fabio Weiß.

Der Vorteil des Zone 3 Spiels waren die Konterräume - dadurch, dass Bettringen sehr hoch stand, gab es immer wieder Räume für das schnelle Umschalten. Zwar wurden diese Bälle viel zu oft ungenau oder auch überhastet gespielt, ergaben sich trotzdem nennenswerte Chancen, wie die von Robin Pflieger in der 32. Minute. Nach starkem Zweikampf von Krieger, in dem er sich wenn auch beim vierten Bettringer mit etwas Glück durchdribbelte, spielte er einen sehenswerten Schnittstellenball sodass Pflieger alleine vor Ziesel stand. „Im Training macht der die alle“, so Mädger. Vielleicht wollte er in diesem Moment alles richtig machen und nochmals passen, was die Bettringer Hintermannschaft gerade noch unterbinden konnte. „Wenn wir das Ding machen, wird das ein ganz anderes Spiel. Bettringen muss nun agieren, mehr investieren und wir bekommen mehr Räume“, so Mädger. Dadurch ging man mit einem gerechten Unentschieden in die Halbzeit.

Sonderlob in dieser Unterbrechung bekam das zentrale Mittelfeld der Straßdorfer. Hieber, Robin Pflieger und auch Jaszkovic spielten so das erste Mal zusammen und bewiesen enormen Willen und Bereitschaft. Aber auch die Außen Schoch, Weiß, und Krieger gewannen viele wichtige Zweikämpfe. Ostertag und Kurtagic machten ihre Rolle ebenfalls souverän und entschieden sich beim immer wieder kurz anbietenden Gräßle meist richtig.

Offensiv stellte Mädger in der 2. Hälfte um und schob Ukaj in die Spitze und brachte den A-Juniorenspieler Marcus Olschewsky auf außen. Dadurch konnten der TV auf außen in Punkto Tempo mehr Druck machen und Ukaj sollte die Bälle in der Spitze behaupten und verteilen. Mädger sagte dem Team, dass sie 5 Chancen haben werden und zwingend eine Chance nutzen müssen, was auch tatsächlich der Fall war. In der 49. Minute hätte der TV tatsächlich wieder 1:0 in Führung gehen können. Nach einem Pass in die Tiefe stand Ukaj vor Ziesel und vergab knapp am Tor vorbei. Wenn an diesem Spieltag der selbe Fußballgott wie gegen Lorch zugeschaut hätte, würde der TV nun 2:0 führen. Im Gegenzug eine Aktion der Bettringer auf der linken Abwehrseite. Straßdorf gewann wieder die Zweikämpfe aber Krieger versuchte den Ball von hinten herauszuspielen, welcher Pass abgefangen wurde, Winkelpass auf Gräßle, Tor. Schade in diesem Moment, denn Straßdorf ließ aus dem Spiel nicht viel zu und kämpfte in jeder Situation. In den Folgeminuten zog sich Bettringen etwas zurück, da nun Straßdorf agieren musste. Zwar gab es die eine oder andere Möglichkeit, wie als Olschwesky aus spitzen Winkel auf Ziesel anrannte und nur noch auf Ukaj ablegen musste, es sollte jedoch nicht sein.

Mädger schob das Team dann ab der 75. Minute eine Zone nach vorne, um mehr Druck zu machen. Die entscheidende Situation dann 9 Minuten vor Schluss - Freistoß für Straßdorf. Hingegen der Vorgabe Freistöße außerhalb der 25 Meter Zone kurz auszuführen, wurde ein langer Ball in den Bettringer 16er gespielt. Ziesel fängt den Ball auf 7 Meter, schneller Ball auf den abkippenden Gräßle, der über eine Passkombination zum 2:0 einschob.

Mädger stellte nun auf Zone 1 um und aus wiederum einer Chance kam der Konter, den Gräßle durch eine tolle Einzelaktion zum 3:0 Endstand nutzte.

Fazit: Der TV kämpfte über weite Strecken und hätte mehr verdient als dieses deutliche Ergebnis. Trotzdem geht der Sieg für Bettringen absolut in Ordnung. Bettringen war extrem ballsicher, spielte im Spielaufbau meist direkt oder mit 2 Kontakten und hatte auch im physischen Bereich hinten raus die besseren Karten. Schade, dass beide Tore aus unnötigen Fehlern der Straßdorfer resultieren aber bekanntlich folgt dem Fehler stets das Lernverhalten. Man hätte vielleicht früher auf ein 4-4-2 umstellen können, vielleicht hätten Kevin Pflieger und Mirko Giallorenzo noch mehr WInd gebracht. Das erste Heimspiel brachte jedoch leider die erste Niederlage unter Trainer Steffen Mädger, zeigte jedoch, dass die Mannen um Krieger, Klotzbücher und Ostertag große Moral beweisen können, was sicherlich diese Runde noch des öfteren von Vorteil sein wird.


Spieler des Tages: Heute das Dreigestirn Pflieger/Jaszkovic/Hieber, die an diesem Tag gefühlt jeweils 15 Kilometer unterwegs waren und sich auch nach dem 0:2 nicht aufgegeben haben.


Gespielt wurde:

Klotzbücher - Weiß (76. Marco Pflieger), Ostertag, Kurtagic, Krieger, Schoch, Hieber, Jaszkovic, R. Pflieger, Ukaj, Heiman (46. Olschewsky)

0:1 Gräßle (55. Minute)

0:2 Gräßle (81. Minute)

0:3 Gräßle (85. Minute)
Comments